Interkulturelle Mediation
Interkulturelle Mediation und die multikulturelle Gesellschaft Bei ethnischen Gruppen handelt es sich um Teilbevölkerungen, die ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt haben und durch gemeinsame Herkunft, Kultur und Sprache miteinander verbunden sind. Zur Kultur gehören Geschichte, Werte, Sprache, Religion, Essen uvm. Die Vision von einer multikulturellen Gesellschaft, in der es keine Konflikte gibt und in der die Menschen friedlich zusammenleben, ist weltfremd und absolut unrealistisch. Das ist nicht einmal in einer monokulturellen Gesellschaft möglich. In einer multikulturellen Gesellschaft ist es allerdings notwendig, dass die Politik Maßnahmen und Regelwerke zur besseren Integration von ethnischen Minderheiten ergreift. Einige Kommunen wie Stuttgart und München haben ihre eigenen Integrationskonzepte entwickelt. Nach dem Münchner Integrationskonzept bedeutet eine gelungene Integration: "... ein gleichberechtigter Zugang zu Bildung, Wohnraum, Arbeit ... der Migranten ..." Um die Probleme einer multikulturellen Gesellschaft in den Griff zu bekommen, benötigen wir ein außerordentliches Maß an Feingefühl und Gespür für die neu entstandene Multikulturalität moderner Gesellschaften. Der Begriff interkulturelle Mediation ist missverständlich. Der Eindruck kann entstehen, hier handle es sich um ein besonderes Verfahren, das sich gut eignet, interkulturelle Konflikte zu lösen. Dem ist aber nicht so. Vielmehr wäre es sinnvoll, danach zu fragen, welche interkulturellen Kompetenzen die MediatorInnen mitbringen. Der Begriff interkulturelle Mediation ist also keine Bezeichnung für eine bestimmte Methode, sondern eine Beschreibung eines Konflikts mit Konfliktparteien unterschiedlicher kultureller Herkunft und MediatorInnen mit interkulturellen Kompetenzen. Von einer interkulturellen Mediation sprechen wir dann, wenn kulturbedingte Einflüsse eine wesentliche Rolle bei dem Konflikt spielen. Die MediatorInnen müssen nicht notwendigerweise Migrationshindergrund haben. Die Neutralität der MediatorInnen wird nicht über ihre ethnische Zugehörigkeit bestimmt, sondern über ihre Fähigkeit, den Mediationsprozess unparteilich und mit viel Fingerspitzengefühl zu führen. Unterschiedliche kulturelle Werte, die mit dem Konflikt unmittelbar zu tun haben, dürfen dabei nicht außer Acht gelassen werden - unterschiedliche Werte sind aber keine "Lizenz zum Töten". Natürlich tickt ein Afrikaner anders als ein Araber, ein Südamerikaner anders als ein Sizilianer und ein Chinese anders als ein Mitteleuropäer. In der "interkulturellen Mediation" ist es daher absolut notwendig, dieses "Anders-Ticken" nicht außer Acht zu lassen; jedoch darf das auf keinen Fall das Ergebnis der Mediation von vornherein beeinflussen.
Die Vorteile einer Mediation sind
Einige Begriffe zur multikulturellen Gesellschaft
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Interkulturelle Mediation Fuad Hamdan
